Demografie Forum Berlin: Politik braucht mehr Mut zu Veränderung

11.01.13

Das Renteneintrittsalter flexibilisieren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, das lebenslange Lernen frühzeitig fördern und eine Wilkommenskultur für ausländische Fachräfte etablieren - Fachpolitiker von CDU, CSU, Grünen und FDP überraschten beim 2. Demografie Forum Berlin mit eng beieinander liegenden Positionen. Was die konkrete Ausgestaltung angeht, mahnte nicht nur CSU-Politiker Erwin Huber mehr Mut an. 

 



„Das Thema Demografie muss genauso wie der Klimawandel dauerhaft in der Diskussion der internationalen und der nationalen Politik verankert werden“, forderte Allianz-Chef Michael Diekmann. Beherztes Handeln forderte auch Rentenexperte Bert Rürup. Der demographische Wandel bedeute bei einem stagnierenden Renteneintrittsalter sowie einer nur leicht steigenden Produktivität eine Wachstumsbremse für Deutschland. Rürups Rezept: Die Erhöhung des Renteneintrittsalters im Laufe der nächsten zehn Jahre. Dabei dürfe es jedoch keinen Automatismus geben. Das Rentenalter dynamisch an sich kontinuierlich ändernde Daten zur Lebenserwartung zu koppeln nehme Beschäftigten anderenfalls die Planungsgrundlage.

In den Fokus der Konferenz rückte zudem die Kinderfreundlichkeit. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder konstatierte in ihrer Eröffnungsrede, dass die Wirtschaft mit passgenauen Angeboten stärker auf die Familien zugehen müsse. Die ehemalige Bundesfamilienministerin und wissenschaftliche ddn-Beirätin Ursula Lehr wandte sich mit einem Appell direkt an die künftige Elterngeneration: "Seht Kinder nicht nur als Kostenfaktor - Kinder machen Freude, Kinder bereichern das Leben!"

 



ddn-Vorstandsmitglied Christian Werner zeigte sich mit der Veranstaltung sehr zufrieden: "Der demographische Wandel kann nicht von einzelnen Akteuren allein gemeistert werden. Es braucht ein Zusammenwirken von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verbänden und den verschiedenen Generationen in Deutschland. Das 2. Demografie Forum Berlin konnte hierzu wertvolle Impulse setzen. Mich freut, dass auch ddn mit seinen Informationsangeboten einen Beitrag zum Gelingen der Konferenz leisten konnte".

Das Berliner Demografie Forum ist eine parteiübergreifende, internationale Debattenplattform zum Thema demographischer Wandel. Das Forum führt Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Initiatoren sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Allianz. Ausrichter des Forums ist die ESMT European School of Management and Technology. Der Einladung des Forums waren am 9. und 10. Januar mehr als 250 deutsche und internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gefolgt.

Mehr Informationen zum 2. Demografie Forum Berlin finden Sie unter www.berlinerdemografieforum.org.