ddn rät von Altenquote ab

15.03.11

ddn begrüßt zunächst die Forderung von CDU-Bundesvorstandsmitglied und Vorsitzendem der Senioren-Union Otto Wulff nach einer neuen Unternehmenskultur in Deutschland. Es ist höchste Zeit, dass die Integration Älterer in den Arbeitsmarkt thematisiert und ältere Mitarbeiter und ihre Leistung wertgeschätzt werden. 
 
Eine von Wulff geforderte verbindliche Altenquote, die Unternehmen verpflichtet, eine Mindestzahl von Arbeitnehmern über 60 Jahre zu beschäftigen, lehnt ddn jedoch ab. „Eine Unternehmenskultur des Vertrauens und der Wertschätzung lässt sich nicht durch staatliches Vorgehen anordnen“, so ddn-Vorstandsvorsitzender Dr. Jürgen Pfister. 

Die Politik muss vielmehr einen Rahmen schaffen, der aus Betroffenen – Unternehmen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern – Beteiligte bei der Lösungsfindung macht. Dieser Rahmen muss innovativen Lösungsansätzen eine Chance geben, im Stadium des Experiments erprobt zu werden, und sich jenseits von Marktmechanismen zu bewähren und durchzusetzen. 

Unternehmen sind gut darin beraten, die Potenziale älterer Arbeitnehmer aus eigenem Interesse auszuschöpfen. Gerade in der Wissensökonomie ist das Erfahrungswissen Älterer unverzichtbar. Wenn Ältere und Jüngere zusammenarbeiten, hat dies positive Effekte für die Leistungsfähigkeit – sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Mitarbeitern. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Die Vorteile altersgemischter Teams – Wissenstransfer, Erledigung der Aufgaben nach Arbeitsvermögen und Kompetenzen – scheinen bedeutender zu sein als potenzielle Nachteile. Unternehmen sollten sich diesen Wert, den ältere Mitarbeiter für das Unternehmen beisteuern, bewusst machen. Dies geschieht jedoch nicht durch Zwangsregulierung.