ddn: Integriertes Fachkräftekonzept der Bundesregierung ist richtig – konkrete Maßnahmen müssen folgen: Pressemitteilung

28.06.11

Dortmund, 24.06.2011: Das Demographie Netzwerk ddn e.V. begrüßt, dass Regierung, Wirtschaft und Verbände zur Fachkräftesicherung nicht alles auf eine Karte setzen. Nur ein integrierter Ansatz, der gesündere Arbeitsplätze schafft, das vorhandene Erwerbspotenzial ausschöpft und qualifizierte Zuwanderung vereinfacht, ist Erfolg versprechend. Konkrete Maßnahmen müssen jetzt folgen. Hierzu gehören Anreize im betrieblichen Gesundheitsmanagement, bei der Weiterbildung und der Förderung der Arbeitsfähigkeit.

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs der Wirtschaft lässt sich nur über eine Kombination verschiedener Maßnahmen, über gesunde, familienfreundliche und alternsgerecht gestaltete Arbeitsplätze, Qualifizierung und Bildung sowie gezielte Zuwanderung sicherstellen. Der integrierte Ansatz der Bundesregierung ist richtig. Nun muss die Umsetzung erfolgen. 

In Deutschland gibt es ein großes Potenzial an Arbeitskräften, das bislang zu wenig genutzt worden ist, insbesondere bei Älteren, Frauen, und Migranten. Um es zu nutzen, muss an mehreren Punkten angesetzt werden. „Weiterbildung und Gesundheitsmanagement sollten von Anfang an ins Erwerbsleben integriert werden, so dass Fachkräfte, die älter werden, ihre Arbeitsfähigkeit erhalten können. Gute Arbeit bedeutet auch, dass Qualifizierung gestärkt und Beruf und Familie besser vereinbar werden“, sagte ddn-Geschäftsführer Dr. Rainer Thiehoff. 

Beim Thema Zuwanderung hat die Bundesregierung die Aussetzung der so genannten Vorrangprüfung für Maschinenbau-, Fahrzeugbau- und Elektroingenieure sowie für Ärzte beschlossen. Dieser Schritt ist längst überfällig, aber noch nicht ausreichend. 

Die qualifizierte Zuwanderung sollte weiter erleichtert werden. Hierzu zählt eine einfachere und transparente Fachkräftezuwanderung durch ein Punktesystem und ein Absenken der Mindestgehaltsgrenze für die Niederlassungserlaubnis von Hochqualifizierten auf 40.000 Euro. ddn plädiert außerdem für eine verstärkte (z.B. steuerliche) Förderung des betrieblichen Gesundheitsmanagements, von Qualifizierungsmaßnahmen und der alternsgerechten Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Die Politik muss durch innovatives, ermöglichendes Staatshandeln Betroffene zu Beteiligten an der Lösungsfindung machen. 

Zu diesem Thema möchte ddn auch auf die Themendossiers „Fachkräftesicherung“ und „Gesund arbeiten – flexibel in Rente“ hinweisen. Diese sind unter http://demographie-netzwerk.de/fachkraeftesicherung und unter http://demographie-netzwerk.de/renteneinstieg abrufbar.

Das durch das BMAS geförderte und von seinen Mitgliedsunternehmen finanzierte ddn ist ein gutes Beispiel für ermöglichendes Staatshandeln. Das Demographie Netzwerk ddn e.V. organisiert den Erfahrungsaustausch von Unternehmen für Unternehmen in 10 bundesweiten Arbeitskreisen und 15 regionalen Netzwerken. Ziel dieses Austauschs ist es u.a., vorbildliche Praxislösungen zur betrieblichen Gestaltung des demographischen Wandels sowie die Sicherstellung des Fachkräftebedarfs zu generieren und wirksam in möglichst vielen Unternehmen umzusetzen. Von diesem gemeinsamen Lern-, Vergleichs- und Weiterentwicklungsprozess profitieren schon heute mehr als 260 Unternehmen und Institutionen mit rund zwei Millionen Beschäftigten.

Pressekontakt: Dr. Rainer Thiehoff, Geschäftsführer ddn, Telefon: 0231.9071-2846/2206 
E-Mail: thiehoff@ddn-netzwerk.de, http://demographie-netzwerk.de