ddn-Fachkonferenz „Human Economy“: HR Management wird zur zentralen strategischen Unternehmensfunktion

24.02.14

Der demographische Wandel bietet die Chance, das Personalmanagement in Unternehmen stärker zu positionieren. Diese Überzeugung äußerte der ddn-Vorsitzende Rudolf Kast in seiner Begrüßungsrede zur internationalen ddn-Fachkonferenz „Human Economy“. Damit das gelingt, muss es Lösungen für die zentralen Herausforderungen entwickeln, mit denen der demographische Wandel Unternehmen konfrontiert.

 

 

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland kamen am 20. und 21. Februar nach Berlin in die SRH Hochschule, um mit namhaften Experten zu diskutieren, wie Personalmanagement in Zukunft aufgestellt sein muss. Einigkeit herrschte unter den Experten darüber, dass Arbeit künftig zu den Menschen passen muss und nicht mehr umgekehrt. „Fragt Eure Leute!“ lautete das einhellige Statement der Experten, Personalmaßnahmen nicht am Reißbrett zu entwickeln sondern die Beschäftigten dabei aktiv mit einzubinden. Und künftig, auch da waren sich die Experten einig, werden es die Bewerber sein, die nach der psychologischen Eignung ihrer Chefs als Führungskräfte fragen werden, der sie sich anvertrauen.

Zentrale Zukunftsthemen für Unternehmen sind das Gesundheits- und das Wissensmanagement. Beides werden künftig die Handlungsfelder sein, in denen Personalabteilungen Lösungen entwickeln müssen. Sie müssen ein strategisches Verständnis für das Gesamtunternehmen entwickeln und mehr denn je ihre „Dienstleistungen“ für das Unternehmen an dessen Geschäftsfeldern orientieren. ddn-Vorstand Christian Werner fasste zusammen: HR Management entwickelt sich zur zentralen strategischen Unternehmensfunktion.

An die Politik gerichtet formulierten die Experten die Erwartung, dass Deutschland den demographischen Wandel aktiver gestalten und stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken müsse. Dabei ließe sich einiges von Unternehmen abschauen. Diese verstünden es besser, Produkte oder Themen zu „branden“. Das schafft Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.

Die Politik muss aber auch über Maßnahmen nachdenken, die Beschäftigten Anreize bieten, über das gesetzliche Rentenalter hinaus berufstätig zu sein und damit auch die staatlichen Sozialsysteme zu entlasten. Wie das gehen kann, zeigt das Beispiel Japan. Dort erhalten Beschäftigte ab dem 65. Lebensjahr ihr Einkommen ohne Abzüge und abgabenfrei.

Die ddn-Fachkonferenz „Human Economy“ machte vor allem eines deutlich: Der demographische Wandel wird die Industriestaaten tiefgreifend verändern. Das veranschaulichte Prof. Dr. Dieter Kronzucker, als er sagte: „Mit 65 hatte ich Angst, dass ich den Jüngeren Jobs wegnehme. Mit 80 sehe ich, ich werde noch gebraucht.“ Nachhaltiges Personalmanagement erfordert daher radikales Umdenken und Mut zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Die zahlreichen Teilnehmer aus dem Ausland bewiesen mit ihren Beiträgen eindrucksvoll, dass „out of the box“ denken eben am besten durch internationalen Austausch gelingt.

Weitere Ergebnisse und Highlights zur internationalen ddn-Konferenz präsentieren wir in Kürze auf der Homepage.