Bundestagswahl 2013: Wird die Generation 60+ zum Zünglein an der Waage?

15.07.13

Angela Merkel ist auf Dialogreise durch Deutschland und will sich dabei vor Ort ein Bild über die Herausforderungen des demographischen Wandels machen. Aufzeigen wird ihr dies auch eine Machtverschiebung innerhalb der Wählerschaft. Davon ist auch Richard Hilmer, Geschäftsführer von Infratest dimap, überzeugt.

Die Jungen werden immer weniger, die Alten mehr. 1990 betrug der Anteil der über 60-Jährigen 26,8 Prozent der Wahlberechtigten, heute liegt er schon bei 32,8 Prozent. Für die Parteien werden die Bürger ab 60 Jahren daher zu einer der wichtigsten Zielgruppen. „Der Einfluss Älterer ist heute sehr hoch, und er wird noch steigen“, prognostiziert auch Richard Hilmer, Geschäftsführer von Infratest dimap, gegenüber ddn. Bundestagswahlkampf 2013 heißt deswegen auch: Kampf um die Generation 60+. 

Hinzu komme laut Hilmer, dass sich das Wahlverhalten der Älteren von dem der Jüngeren deutlich unterscheidet. Dies zeige sich deutlich am Ergebnis der CDU/CSU bei der Bundestagswahl 2009. Bei den über 60-Jährigen kam die Partei auf einen Stimmenanteil von 43 %, in den Altersgruppen unter 60 Jahren erzielte die Union nur 30 %. „Ohne die Stimmen der Senioren hätte es für Schwarzgelb nicht gereicht“, weiß Hilmer. CDU und SPD haben den Einfluss Älterer erkannt und berücksichtigen ihre Interessen verstärkt in den Wahlprogrammen.  

Experten raten der Politik, darauf zu verzichten, die Masse der Älteren mit besonderen ökonomischen Versprechen zu locken. Denn ihre Erwartungen unterscheiden sich in diesem Punkt kaum von den Jüngeren. „In allen Altersgruppen stehen etwa gleichermaßen ökonomische und soziale Aspekte im Vordergrund“, sagt auch Hilmer. Einen Unterschied gibt es laut Hilmer allerdings bei Themen wie Rente und Kriminalität. Diese haben bei Senioren eine deutlich größere Bedeutung als bei den Jüngeren. Dafür sind Ressorts wie Umwelt und Bildung eher von geringerem Interesse.