Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Engpassanalyse

09.07.14

Die Bundesagentur für Arbeit hat am 08.07.2014 ihre aktuelle Engpassanalyse vorgelegt. Das Fazit: Gegenwärtig zeigt sich zwar kein flächendeckender Fachkräftemangel in Deutschland. Allerdings sind in einzelnen technischen Berufsfeldern, in Pflege- und Gesundheitsberufen und in einigen Regionen Deutschlands Fachkräfte heute schon knapp. 

Der größte Fachkräftemangel herrscht in den Gesundheits- und Pflegeberufen. In allen Bundesländern herrscht hier bereits Fachkräftemangel oder zeichnen sich Engpässe ab. Einzige Ausnahmen: Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Zumindest im Bereich der Humanmedizin haben beide Städte gegenwärtig keine Engpässe zu befürchten. 

Differenzierter ist das Bild bei den technischen Berufen. Vor allem in den Bereichen Maschinenbau sowie in Metall- und Elektrotechnikberufen bestehen Engpässe. Das betrifft insbesondere die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Im Bereich IT und Softwareentwicklung kommen noch Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen-Anhalt hinzu, während auch hier Berlin die bundesweite Ausnahme darstellt: In der Hauptstadt gibt es momentan keine Engpässe an IT Experten, mit anderen Worten: Hier gibt es mehr Arbeitslose als offene Stellen.

Die Engpassanalyse erscheint halbjährlich. Die letzte Analyse vom Dezember 2013 wies noch 20 Mangelberufe aus, die aktuelle Analyse (Stand Juni 2014) nur noch 19. Ein Grund könnte die moderate Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Monate sein, die zu einem Rückgang der Nachfrage an Fachpersonal führen kann. Hinzu kommt eine steigende Zahl von Hochschulabsolventen.

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit fasst den gegenwärtigen Status Quo zusammen. Die Einschätzung der Analyse beruht auf statistischen Daten, sie geht nicht auf persönliche Eignungen von Fachkräften ein oder auf Faktoren wie Attraktivität von Arbeitgebern und Standorten. Daher kann die Wahrnehmung von Fachkräfteengpässen in den Unternehmen von der der Engpassanalyse zum Teil deutlich abweichen.

Über künftige Entwicklungen kann sie nichts aussagen. Um das zu können, müssten zusätzliche Daten zum künftigen Erwerbsverhalten (bspw. Erwerbsneigung und künftige Mobilität), zur künftigen Entwicklung des Fachkräftenachwuchses und zur künftigen Wirtschaftsentwicklung ausgewertet werden.

Die vollständige Engpassanalyse steht hier zur Verfügung.