Betriebliches Gesundheitsmanagement immer wichtiger

08.12.11

Immer mehr Unternehmen bieten ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) an, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten und zu stärken. Entscheidend, ob ein BGM eingesetzt wird oder nicht, ist häufig die Größe eines Unternehmens. So verfügt die Hälfte aller Großunternehmen über ein BGM oder baut dieses gerade auf. Demgegenüber haben lediglich 5 Prozent der kleineren und mittleren Unternehmen ein Gesundheitsmanagement etabliert. Die Gründe für die geringe Umsetzung in KMU liegen häufig im fehlenden Bewusstsein für die Notwendigkeit und den mangelnden Ressourcen und Know-how ein solches einzuführen. Dennoch gibt es auch in KMU Praxisbeispiele mit Vorbildcharakter.

Diese Ergebnisse stammen aus dem Corporate Health Jahrbuch 2011 und geben Aufschluss über den Stand und die Entwicklung im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Deutschland. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen werden besonders erfolgreiche und innovative Projekte aus der Unternehmenspraxis vorgestellt. Dadurch erhalten Unternehmen konkrete Anregungen und Handlungsanleitungen für die erfolgreiche Umsetzung von Gesundheitsstrategien. 

Der betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz hat sich in den vergangenen sechs Jahren insgesamt stark professionalisiert. Für die wachsende Bedeutung gibt es mehrere Ursachen. Zum einen integrieren Unternehmen BGM als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, die zunehmend als wichtig empfunden wird. Zum anderen ist es eine Reaktion auf den Anstieg psychischer Erkrankungen. Viele Unternehmen haben der Studie zufolge erkannt, dass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht allein am Krankenstand zu bemessen ist.

Mehrere Unternehmen stellen ihre Praxisbeispiele gelungener und innovativer Strategien und Ansätze zum BGM vor, darunter auch einige ddn-Mitglieder. Als Beispiel sei hier ThyssenKrupp genannt, die über speziell für diese Tätigkeit ausgebildete BGM-Beauftragte verfügen und mit dem so genannten „Konzept Gesundheitsschicht“ ein eigenes Instrument entwickelt haben, um ein niedrigschwelliges Angebot der betrieblichen Gesundheitsvorsorge anbieten zu können. Jede betriebliche Schicht absolviert alle drei Jahre während der Arbeitszeit eine Trainingsschicht im Präventionszentrum des Unternehmens. Neben verpflichtenden Maßnahmen bestimmt jeder Mitarbeiter die Hälfte seiner Trainingsschwerpunkte als Wahlmodule selbst. 

Die Techniker Krankenkasse hat in ihrem Beitrag die aus ihrer Sicht wichtigsten Erfolgsfaktoren betrieblichen Gesundheitsmanagements herausgearbeitet: Entscheidend für den Erfolg sind demnach:

  • Ein zielgerichtetes, kontinuierliches und verbindliches Vorgehen sowohl im Prozessaufbau als auch im weiteren Verlauf der Analyse von Ressourcen und Belastungen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Umsetzung bedarfsgerechter verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen. 
  • Eine „gelebte Partizipation“ in allen Phasen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dies führt zu passgenauen Lösungen und einer deutlich höheren Akzeptanz.
  • Die Rolle der Führungskräfte. BGM ist eine Führungsaufgabe, daher nehmen Sie eine Schlüsselrolle ein. Für eine gelungene Umsetzung müssen sie frühzeitig im BGM-Prozess eingebunden und sich ihrer Führungsrolle und Vorbildfunktion bewusst sein. Als Multiplikatoren und Promotoren für das BGM sollen sie das partizipative Handeln und die Umsetzung der Lösungsideen aktiv und konstruktiv unterstützen. 

Das Corporate Health Jahrbuch ist für 49,90 € im Handel erhältlich oder kann hier bestellt werden.