Betriebliche Gesundheitsförderung nimmt Fahrt auf

04.06.14

Die Zahlen klingen gut: Über 90% der Unternehmen bieten bereits mindestens eine Maßnahme zur Gesundheitsförderung für die Belegschaft an oder planen dies in naher Zukunft zu tun. Zu diesem Ergebnis kommt das DIHK-Unternehmensbarometer zur Gesundheitsvorsorge, das im Januar 2014 veröffentlicht wurde.

In einer Onlineumfrage des DIHK konnten sich Unternehmen aller Größen zur betriebsinternen Gesundheitsförderung äußern. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit von betrieblicher Gesundheitsvorsorge zur Fachkräftegewinnung und – sicherung steigt, wie die Antworten der rund 1.500 Unternehmen zeigen, die an der Befragung teilgenommen haben.

Betriebliche Gesundheitsförderung nimmt Fahrt auf, das Tempo hängt allerdings von der Unternehmensgröße ab. Immerhin 40 Prozent der kleinen Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten gaben an, dass das Thema betriebliche Gesundheitsförderung für sie in den letzten fünf Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Bei den großen Betrieben mit über 1.000 Beschäftigten sind es 94 Prozent. 

Die gesundheitsfördernden Angebote der Unternehmen, die über den gesetzlichen Arbeitsschutz hinausgehen, sind vielfältig. Eingeplant oder bereits angeboten werden ergonomische Büroausstattungen wie beispielsweise dynamische Hocker (70 Prozent), Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen (45 Prozent) oder Sportangebote (43 Prozent). Knapp ein Viertel der befragten Unternehmen bietet bereits gesunde Ernährung und ein entsprechendes Kantinenangebot an, bei großen Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern liegt dieser Anteil bei 70 Prozent.

Die Betriebe gehen auch vermehrt auf die psychischen Belastungen der Belegschaften ein. 26 Prozent der beteiligten Unternehmen bieten oder planen  Angebote zur Stressbewältigung, beim Thema Suchterkrankungen sind es 19 Prozent. 

Gefragt, welche Verbesserungen sich die Unternehmen zur besseren Umsetzung von Maßnahmen vorstellen, antworten 51 Prozent mit dem Wunsch nach mehr Information über bestehende finanzielle

Unterstützungsmöglichkeiten. Allerdings: Nur 17 Prozent der Betriebe nutzen bisher etwa den Steuerfreibetrag zur betrieblichen Gesundheitsförderung von 500 Euro pro Jahr pro Mitarbeiter. Nicht nur Unkenntnis, sondern auch bürokratische Hürden sind dafür verantwortlich. Gerade bei der Nutzung des Freibetrags schrecken die notwendigen Abstimmungen mit Finanzämtern sowie Krankenkassen und Anbietern von Gesundheitsleistungen die Betriebe ab. Nahezu einheitlich lehnen die befragten Unternehmen weitere gesetzliche Vorgaben zur Gesundheitserhaltung ab (90 Prozent). 

Für eine adäquate Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Deshalb erwarten die Unternehmen auch zu Recht, dass die Beschäftigten auch zugreifen und mitmachen. 39 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie sich stärker im Bereich betrieblicher Gesundheitsförderung engagieren, wenn sich die Mitarbeiter mehr an den bereits vorhandenen Maßnahmen beteiligen.

Übrigens haben 33 Prozent der Befragten angegeben, sie würden es begrüßen, mehr über mögliche Maßnahmen, Angebote und Best-Practice-Beispiele zu erfahren. Denen kann geholfen werden, beispielsweise im ddn Arbeitskreis Gesundheit. Denn genau dieser Erfahrungsaustausch wird dort praktiziert. Unternehmen sind daher herzlich eingeladen, mitzumachen und vom Erfahrungsaustausch mit anderen zu profitieren.