Bessere Lern- und Innovationschancen durch Regionale Netzwerke

10.08.11

Das Demographie Netzwerk ddn organisiert den unternehmensübergreifenden Erfahrungsaustausch nicht nur in zehn bundesweiten Facharbeitskreisen, sondern auch in siebzehn regionalen Netzwerken, von denen vier zurzeit in Gründung sind. Ziel des regionalen Austauschs ist es u.a., sich über vorbildliche Praxislösungen zur betrieblichen Gestaltung des demographischen Wandels auszutauschen und diese wirksam in möglichst vielen Unternehmen umzusetzen.

 

 



Insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen helfen diese regionalen Netzwerke bei der Bewältigung des demographischen Wandels. Die Vorteile der Regionalisierung liegen auf der Hand: Durch kurze Wege und die Möglichkeit, regionalspezifische Herausforderungen direkt vor Ort anzugehen, können KMU den Wissensaustausch untereinander einfach und schnell umsetzen. Unternehmen lernen am besten von Unternehmen, die sie kennen und die vor Ort angesprochen werden können. 

Wie solche Treffen der Regionalnetzwerke aussehen, was Unternehmen vom regionalen Austausch haben, und wie sie daran mitwirken können, erläutert ddn-Vorstand Rudolf Kast im Interview. Kast ist bundesweit für den Aufbau der regionalen ddn-Netzwerke zuständig.

Beim letzten Regionaltreffen Südbaden präsentierten sich sieben Firmen. Wie kann man sich  so eine Firmenpräsentation vorstellen?

Kast: Eine Mitgliedsfirma des ddn, die SICK AG, hatte zum Netzwerktreffen eingeladen. Die Präsentation fand im Marktplatzverfahren statt, d.h. dass in der ersten Runde vier Firmenvertreter an Pinnwänden ihre Projekte präsentierten und in der zweiten Runde nochmals drei. Die 45 Teilnehmer verteilten sich auf die verschiedenen Stände und jede Firma präsentierte 15 Minuten, bis zum nächsten Stand gewechselt wurde. So hatten alle Teilnehmer die Gelegenheit, in kleinen Gruppen unterschiedliche Projekte kennenzulernen. Anschließend gab es noch einen Imbiss und die Gelegenheit des Erfahrungsaustauschs und des Kennenlernens. 

Wie war die Reaktion der Teilnehmer?

Kast: Das Feedback war überragend gut, denn in den vier Stunden gab es einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch, der sehr praxisorientiert angelegt war. Nach Meinung der Teilnehmer war das nutzbringender als jedes Seminar. Die Unternehmen erleben also im regionalen Umfeld und in einer vergleichbaren Struktur von KMU-Unternehmen, was andere machen.

Wie ist die Arbeit des ddn in den regionalen Netzwerken organisiert? 

Kast: Ein Projektbüro, wie beispielsweise in Südbaden oder in Köln, koordiniert die Termine und Veranstaltungen für das Jahr. Das Büro organisiert Netzwerktreffen, zu denen Referenten zu Demographiethemen eingeladen werden und in denen ein Austausch zwischen den Netzwerkmitgliedern stattfindet. Gelegentlich werden auch Informationstreffen zu bestimmten Themen abgehalten mit Öffnung für die Öffentlichkeit. Beispielsweise gab es 2009 einen Vortrag an der Universität Freiburg mit Prof. Badura und eine Veranstaltung mit 80 Teilnehmern in der IHK Freiburg mit Prof. Raffelhüschen zur betrieblichen Altersvorsorge und zum Zeitwertkonto. Im Demographie-Netzwerk Rhein-Main ist eine Arbeitsgruppe unter Federführung der IHK Frankfurt am Main installiert, die das gesamte Projektmanagement und die Einsetzung von weiteren Arbeitskreisen steuert. 

Welche Rolle kommt dem bundesweiten ddn zu?

Kast: ddn leistet finanzielle Unterstützung für das Zustandekommen solcher Austauschtreffen. Darüber hinaus gibt es fachliche Unterstützung an Kollegen, die regionale Netzwerke leiten, beispielsweise wie man solche Treffen organisiert und welche Themen interessant sind. Zudem bieten wir auch gemeinsame Treffen von ddn-Regionalnetzwerken mit den Facharbeitskreisen an, in denen auch fachliche Initiativen gestartet werden.

Wenn Sie zurückblicken, was hat sich seit der Gründung in Ihrem Regionalnetzwerk in Südbaden getan?

Kast: In Südbaden haben wir fast alle großen regionalen Unternehmen und Organisationen mittlerweile im Netzwerk. Wir haben in den letzten Jahren einen starken Zuwachs und eine entsprechende Aufmerksamkeit erleben können, auch in den Medien. Vor Kurzem hatte ich z.B. ein Interview in der SWR-Landesschau. Wir werden weiter wachsen und ich erhoffe mir natürlich auch, dass noch mehr Unternehmen ddn beitreten. Die Unternehmen sehen bereits die Erfolge: Voneinander Lernen, Kontakte knüpfen und die Erfahrung, dass Netzwerke in dieser Form wirklichen Nutzen stiften. 

Im November veranstaltet das regionale Netzwerk Südbaden einen Kongress zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Welchen Stellenwert nehmen solche Regionalveranstaltungen ein?

Kast: Dieser Kongress hat nicht nur regionale, sondern auch bundesweite Ausstrahlung. Dieses Jahr beteiligt sich das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg an dem Kongress, da das Ministerium zu dem Zeitpunkt bundesweit verantwortlich für Veranstaltungen zum Thema familienorientierte Unternehmenspolitik ist. Für das Demographie Netzwerk sind solche Veranstaltungen auch immer eine gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen.

Wie können sich interessierte Unternehmen einen Eindruck von der Arbeit in regionalen Netzwerken verschaffen?

Kast: Interessierte können sich einfach anmelden und gerne auch als Gastfirma /-organisation mitarbeiten. Eine Übersicht über die regionalen Netzwerke ist auf der ddn-Website verfügbar.

Vielen Dank für das Gespräch.

Kontakt: kast@diepersonalmanufaktur.de


Kommende Treffen regionaler Netzwerke:

  • Salongespräch des ddn Regionalnetzwerks Berlin Brandenburg am 18.08.2011: Zu seinem dritten Salongespräch lädt das ddn-Regionalnetzwerk Berlin Brandenburg am 18. August von 18:00 bis 20:30 Uhr. ddn-Mitglieder, Strategische Partner und Gäste ein. Veranstaltungsort ist der Salon Berlin-Geflüster, Ludwigskirchstraße 10 a in 10719 Berlin. Weitere Informationen hier.
  • ddn-Südbaden-Kongress „Fachkräftesicherung durch familienorientierte Unternehmenspolitik - vom "Gedöns" zum Standortfaktor“: Das ddn-Regionalnetzwerk Südbaden knüpft an die Tradition erfolgreicher Regionalkongresse an und wird am 9.11.2011 im Konzerthaus Freiburg mit namhaften Referenten den Aspekt familienorientierter Unternehmenspolitik als Standortfaktor beleuchten.