Berliner Wasserbetriebe mit innovativem Gesundheitsprogramm

03.12.10

Die Berliner Wasserbetriebe beschreiten neue Wege, um ihre Mitarbeiter darin zu unterstützen, ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Damit reagiert das Unternehmen darauf, dass psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt von heute eine zunehmend größere Rolle spielen. Ab Anfang 2011 bieten die Berliner Wasserbetriebe neben der internen auch eine externe Mitarbeiterberatung an: Mitarbeiter und ihre Angehörigen haben 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, externe Pädagogen, Psychologen oder Familienberater anonym anzurufen, um dort Unterstützung zu bekommen. Dabei spielt es im Sinne eines integrierten Gesundheitsmanagements keine Rolle, ob es sich um betriebliche oder private Probleme handelt. Denn Störungen im privaten Umfeld wirken sich auch negativ auf die Leistungsfähigkeit im Betrieb aus. Was sich in den USA schon länger unter dem Namen Employee Assistance Program (EAP) etabliert hat, ist für Deutschland noch relativ neu.

Diese Maßnahme folgt der Einsicht, dass es „besser ist, die Arbeitsfähigkeit zu fördern als die Krankenstände zu messen“, wie Kerstin Hamann betonte. Die Leiterin Sozialmanagement der Berliner Wasserbetriebe zeigte auf, wie das Unternehmen einen Paradigmenwechsel vom Fehlzeitenmanagement zu einem ganzheitlichen Gesundheitsmanagement eingeleitet hat. Dazu gehört ein zentral koordiniertes betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das Angebote zu gesunder Ernährung und Bewegung sowie den Abbau gesundheitsbelastender Faktoren beinhaltet. Auch eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur zählt dazu. Hamann berichtete, dass schon ganz einfache Dinge positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ein freundliches Auftreten der Führungskräfte kann schon einen spürbaren Unterschied ausmachen. 

Die Präsentation fand im Rahmen des ddn-Regionalkreistreffes statt, zu dem rund 40 Mitglieder, strategische Partner und Gäste in den Salon „Berlin-Geflüster“ kamen, um sich in Sachen demographiefeste Unternehmen der Region Berlin-Brandenburg auszutauschen. 

Arbeitskreise ermöglichen kollegiales überbetriebliches Benchmarking

Im Anschluss an die Präsentation der Berliner Wasserbetriebe gaben Uta Sadowski-Lehmann und Uta Schellenberger-Nicoubin Einblicke in die Aktivitäten der Arbeitskreise Qualifizierung, Weiterbildung, Lernen sowie Führung und Unternehmenskultur. 

Ein stabiler Teilnehmerstamm der Arbeitskreise trifft sich 2 - 4 Mal jährlich zum Erfahrungsaustausch und um aktuelle Themen zu diskutieren. Good Practice- Beispiele zeigen wie beispielsweise der Wissenstransfer gemanagt werden kann und welche Erfolgsfaktoren und Stolpersteine es gibt. 

Die Arbeitskreistreffen sind eine Art „kollegiale Beratung“, die einen offenen Austausch darüber ermöglichen, was gut klappt, wo es Schwierigkeiten gibt und wie die Implementierung funktioniert. Da jedes Unternehmen anders aufgestellt ist, helfen allgemeine Aussagen in der Regel wenig. Umso wichtiger ist der direkte Austausch anhand konkreter Projekte aus der Praxis, bei dem geprüft werden kann, was unter welchen Rahmenbedingungen funktioniert hat.

Bestimmte Themen durchziehen die Treffen wie ein roter Faden. Dazu gehören: 

  • Methoden: Welche konkreten Ansätze von Unternehmen gibt es, Demographie-Maßnahmen durchzuführen?
  • Was sind lernfördernde Rahmenbedingungen und Strukturen, die nachhaltigen Einfluss haben?
  • Kommunikation im Unternehmen: Wie können Demographiethemen kommuniziert und wie kann die Motivation bei den Mitarbeitern geweckt werden?

 
Regionale Netzwerke immer bedeutender

Rolf Kuhlmann von der zukunft im zentrum GmbH betonte die Rolle der Regionalkreise, die „wie Pilze aus dem Boden schießen“ und quer durch Deutschland aktiv sind. Im Anschluss an die Impulsvorträge nutzten die anwesenden Teilnehmer die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Wer Interesse am ddn-Netzwerk hat, kann sich hier über die Ziele und die Möglichkeiten einer Mitgliedschaft informieren.