Berliner Salongespräch:Wissenstransfer erfolgreich gestalten

26.05.14

Neben dem Gesundheitsmanagement gewinnt vor allem der Bereich Lernen und Wissensmanagement in Unternehmen an Bedeutung. Um letzteres ging es beim 7. Berliner Salongespräch, zu dem das ddn-Regionalnetzwerk Berlin-Brandenburg gemeinsam mit dem Projekt JobMotion der zukunft im zentrum GmbH eingeladen hatte. 

Rolf Kuhlmann, Leiter des ddn Regionalnetzwerkes, fasste die Dringlichkeit des Themas zusammen: „Wenn wir immer weniger werden, aber auch künftig produktiv sein wollen, dann müssen wir effizienter werden. Das schaffen wir nur durch Qualifizierung und Lebenslanges Lernen.“ Claudia Nies (Randstad Deutschland) betonte, dass Lebenslanges Lernen in jeder Lebensphase Spaß machen kann. Sie präsentierte bereits vor finalem Druck das ddn-Fachbuch zum Thema, das folgerichtig auch „Lust am Lernen – ein Leben lang“ heißt und ein Ergebnis des ddn-Arbeitskreises Qualifizierung, Weiterbildung, Lernen ist. Anhand von Best Practice Beispielen zeigt das Buch, wie Weiterbildung und Wissenstransfer im betrieblichen Alltag funktionieren kann. 

Die „55“ im Fokus haben Dr. Hans H. Th Sendler (EUSENDOR) und Dr. Rüdiger Piorr (BKP), die das Perspektiv-Coaching vorstellten. Das geht von der Frage aus: „Was muss mit 55 passieren, damit eine neue Flamme, eine zweite Luft entsteht?“ Dr. Piorr erläuterte das Konzept des psychologischen Arbeitsvertrages, der in jeder Lebensphase neu verhandelt wird. Mit 55 stehen viele Beschäftigte vor der Situation, dass sie den Beginn von Projekten und Entwicklungen mitgestalten, deren Ende sie als Beschäftigte wahrscheinlich nicht mehr miterleben werden. Um zu verhindern, dass Beschäftigte in dieser Situation beginnen, sich zurückzuziehen, ihr Engagement zu reduzieren oder gar in die innere Kündigung gleiten, dürfen sie vom Arbeitgeber nicht allein gelassen werden. An diesem Punkt setzt die Methode des Perspektiv-Coachings an. Dr. Sendler ergänzte, dass es nicht darum gehe, die 40er zu verlängern, sondern ganz bewusst nach vorne zu schauen und eine neue Erwerbsphase einzuläuten. Damit das im Unternehmen gelingt, muss der Arbeitgeber diesen Prozess treiben, 

Kerstin Nethen (Pumacy Technologies) erläuterte schließlich, warum externe Moderation helfen kann, Wissenstransfer effizienter zu gestalten. Ein externer Moderator ist in der Lage, den Transferprozess zu strukturieren, nachzuhaken und Wissen zu heben, das verloren zu gehen droht, weil Beschäftigte dieses als „selbstverständlich“ oder „nicht erwähnenswert“ betrachten. Darüber hinaus wird das Hinzuziehen eines externen Moderators oft als Wertschätzung empfunden, die dem Prozess des Wissenstransfers und den daran Beteiligten einen sichtbaren hohen Stellenwert einräumt. Insgesamt gelte es, Wissen sichtbar zu machen und festzustellen, wer was im Unternehmen weiß. 

Abschließend präsentierten Michael Graffius vom EMF-Institut und Mira Schirrmeister als Zukunftsforscherin eine Studie zur Zukunft der Unternehmensnachfolge in Berlin 2030, die unter www.nachfolge-in-deutschland.de zur Verfügung steht. Denn auch dieses Thema berührt ganz entscheidend die Arbeit mit Wissenstransfer. Die Zukunftsthesen gaben viele Ansatzpunkte für die anschließende Diskussion und das Get Together.