Altersdurchschnitt: 41 Jahre

25.01.12

Der demographische Wandel hat in den ersten Januarwochen die Wirtschaftsmedien in Deutschland beschäftigt. Den Auftakt bildete die Meldung der Agentur für Arbeit, dass immer mehr Ältere einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen. Mit rund 7,7 Millionen Menschen ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 50 und 65 Jahren gegenüber dem Vorjahr um 450.000 gestiegen. Damit liegt die Beschäftigungsquote dieser Gruppe bei 47,2 Prozent – im Vergleich dazu die Beschäftigungsquote der 15-65 Jährigen insgesamt: Diese liegt bei 52,1 Prozent. So erfreulich diese Zahlen sind, nach wie vor fällt Älteren der Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Beschäftigung schwerer als jüngeren Altersgruppen.  Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat herausgefunden, dass der Altersdurchschnitt der Belegschaften in Deutschland in den letzten Jahren kräftig gestiegen ist und 2010 bei 41,4 Jahren lag.  

 Auch beim Nachwuchs werden neue Rekorde aufgestellt. 2011 wurden so viele Auszubildende eingestellt wie zuletzt im Jahr 2004. Das meldete das Bundesinstitut für Berufsbildung. Allerdings: junge Frauen profitieren von diesem Lehrstellenboom nicht.   Insgesamt ist der Anteil der neuen Lehrverträge mit jungen Frauen auf 40,7 Prozent gesunken, der niedrigste Wert seit 2002. Und das, obwohl Unternehmen händeringend Auszubildende suchen. Ein Grund hierfür scheint die Fokussierung junger Frauen auf wenige begehrte Berufe zu sein. Während sich im Jahr 2010 rund 76% aller neuen weiblichen Azubis auf einen der 25 begehrtesten Berufe konzentrierten, waren es bei den männlichen nur 60%. 
  
Einen ganz speziellen Effekt hat der demographische Wandel in Ostdeutschland. Hier drohen, die Chefs auszugehen. Denn in vielen Bereichen fehlen geeignete Nachfolger, wenn Unternehmer ihren Betrieb in jüngere Hände übergeben wollen. In Ostdeutschland haben nach der Wende 1989 viele der über 40-Jährigen ein Unternehmen gegründet. Das ist jetzt 20 Jahre her, und aus den über 40-Jährigen sind über 60-Jährige geworden, die Nachfolger für ihren Betrieb suchen. Und das oft vergebens.  Aufgrund des demographischen Wandels fehlen in vielen Branchen eh schon geeignete Fachkräfte. In Ostdeutschland kommen die Folgen der massiven Abwanderung sowie die vergleichsweise geringe Kapitalausstattung möglicher Nachfolgekandidaten hinzu.  Für die mittelständische Wirtschaft der Region kann das zu einem echten Problem werden.