Ältere werden produktiver sein: Chancen der Bildungsexpansion

02.10.14

Die Produktivität der Älteren wird um die Jahrhundertmitte höchstwahrscheinlich höher sein und Wachstumspotenziale bringen – zu dieser Einschätzung kommen Soziologen und Altersforscher um Fanny Kluge vom Max-Planck-Institut für demographische Forschung. In einer Studie, die kürzlich im Fachblatt Plos One vorgestellt wurde, untersuchen die Forscher, welche Tendenzen dem vorausgesagten Ungleichgewicht zwischen Erwerbsbevölkerung und Rentnern sowie dem drohenden Wachstumsrückgang in Deutschland entgegenwirken. 

Neben Alter und Geschlecht spiele bei der Frage, ob jemand erwerbstätig und damit wirtschaftlich produktiv ist, das Bildungsniveau eine wesentliche Rolle, so die Wissenschaftler. Wirtschaftliches Wachstum hänge deshalb nur zu einem gewissen Grad von der gesamtgesellschaftlichen Altersstruktur ab: „Es könnte genauso gut der Fall sein, dass eine kleinere und ältere, – aber was das Humankapital betrifft – besser ausgestattete und produktivere Erwerbsbevölkerung einen Teil des erwarteten Rückgangs ausgleichen kann.“ Das Sinken des Anteils erwerbstätiger Personen könnte durch die höhere Zahl von Hochschulabsolventen zumindest teilweise kompensiert werden. Hinzu komme die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren. 

2008 hatten etwa 25 Prozent der Erwerbstätigen einen höheren Bildungsabschluss. Es wird angenommen, dass die Zahl bis 2033 auf 33 Prozent ansteigen wird, und bis 2053 auf 41 Prozent wächst. „Der Ausbildungsgrad steigt und die Gesundheit älterer Menschen auch“, sagt Elke Loichinger von der Universität Wien, die an der Studie beteiligt war. Kommen die Deutschen heute im Durchschnitt während 63 Prozent ihrer Lebenszeit ohne Hilfe aus, so werden es laut Studie 2050 schon 80 Prozent sein. Dadurch könnten auch mehr Ältere, die tendenziell besser gebildet sein werden, einer Erwerbstätigkeit nachgehen.