Absolventen und Abbrecher - zum Ausbildungsgeschehen im dualen System Hamburgs

07.11.19

Wie viele Ausbildungsabbrecher*innen gibt es in Hamburg tatsächlich und wie kann man Ausbildungsabrüche vermeiden?

Für die Studie „Absolventen und Abbrecher“ wurden die Daten von Ersteinsteiger*innen in einer dualen Berufsausbildung von 2005 bis 2013 aus Hamburg zusammengetragen folgende Ergebnisse wurden sichtbar:

Es zeigte sich, dass nur jede/-r vierzehnte (7,4 Prozent) der Ausbildungsanfänger*innen bis Ende 2013 keinen Berufsabschluss erzielten. Mindestens 88 Prozent erreichen eine abgeschlossene Qualifikation, die große Mehrheit in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung (75,9 Prozent), zu kleineren Teilen auch durch den Besuch einer Berufsfach-/Fachschule (2,3 Prozent) oder als abgeschlossenes Studium (9,9 Prozent). Der Anteil erfolgreicher Absolvent*innen im dualen System liegt damit deutlich höher, als es die Statistik vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge vermuten lässt (Hamburg 2017: 29,1 Prozent, Statistisches Bundesamt 2018). Dies lässt sich dadurch begründen, dass unterschiedliche Datengrundlagen und Messkonzepte verwendet wurden. In der Studie der IAB wurden individuelle Erwerbsbiografien einer Ausbildungsanfängerkohorte tagesgenau über einen Zeitraum von bis zu 8,5 Jahren nach dem Ausbildungsbeginn ausgewertet. Die Auswertung auf den Ausbildungsverlauf zeigt, dass fast dreiviertel aller Berufsausbildungen in Hamburg normgerecht verlaufen. Das bedeutet, dass die Ausbildungsbiografie aus einer einzigen zeitlich ununterbrochenen Ausbildungsverlauf besteht, die innerhalb einer Berufsordnung bleibt. Folglich entspricht nur etwa ein Viertel der Ausbildungen einem diskontinuierlichen Verlauf. Die Kombination aus zeitlicher Unterbrechung und einem Berufswechsel beschreibt dabei den häufigsten Grund für einen diskontinuierlichen Verlauf.

Die Ergebnisse zeigen erstens, dass nicht jede Abweichung von einem normgerechten Ausbildungsverlauf auch zu einem Ausbildungsabbruch führt. Jedoch stehen kontinuierliche Ausbildungsverläufe und ein gelungener Berufseinstieg in einem engen Zusammenhang. Zweitens zeigen die Ergebnisse, dass die Situation von Ausbildungsanfängerinnen und -anfängern, die keinen Abschluss erreichen, sich in einer prekären Situation befinden, da diese Gruppe bei der Integration in den Arbeitsmarkt bedroht sein dürfte.

Es ergeben sich folgende Ansatzpunkte, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Rate kontinuierlicher Ausbildungsverläufe zu steigern:

  • Verbesserte Information und Beratung
  • Stärkung individueller Vorbildungen und Vorbereitung auf die Ausbildung
  • Gezielte finanzielle Unterstützung
  • Begleitende (Lern-)Hilfen
  • Förderung der Mobilität

Die Fakten im Überblick:

  • 7,4 Prozent erzielten bis Ende 2013 keinen Berufsabschluss
  • mind. 88 Prozent erreichen eine abgeschlossene Qualifikation
  • davon 75,9 Prozent in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung
  • 2,3 Prozent durch den Besuch einer Berufsfach-/Fachschule
  • 9,9 Prozent als abgeschlossenes Studium

Weitere Informationen zur Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung finden Sie hier.