Fachkräftemangel - Facts & Figures
I. Demographischer Wandel
(Quelle: Statistisches Bundesamt, 12. Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung)
Deutschland wird älter
- Durchschnittsalter der Bevölkerung 2009: 43,8 Jahre
- Durchschnittsalter der Bevölkerung 2060 (geschätzt): 49,9 Jahre
Die Bevölkerung im Erwerbsalter geht zurück
Unter der Annahme einer mittleren Bevölkerungsentwicklung, die eine gleichbleibende Geburtenrate bis zum Jahr 2020 voraussetzt, würde die Bevölkerung im Erwerbsalter (20-65 Jahre) bis 2060 um 38% gegenüber 2009 zurückgehen:
- 2009: Die Bevölkerung im Erwerbsalter umfasst 50 Millionen Menschen.
- 2030: Die Bevölkerung im Erwerbsalter könnte ca. 43 Millionen Menschen umfassen.
- 2060: Die Bevölkerung im Erwerbsalter könnte ca. 33 Millionen Menschen umfassen.
Eine Anhebung des Renteneintrittalters auf 67 Jahre würde für das Jahr 2060 voraussichtlich eine um ein bis zwei Millionen größere Erwerbsbevölkerung bedeuten, die Situation also nicht grundsätzlich verändern.
Die Erwerbsbevölkerung in Deutschland wird älter
- 2009: 20% der Bevölkerung im Erwerbsalter gehören zur Gruppe der 20- bis unter 30-Jährigen, 49% zu den 30 bis unter 50-Jährigen, 31% zur Gruppe der 50-65-Jährigen.
- 2017 bis 2024: jeweils 40% der Personen im Erwerbsalter gehören der Gruppe der 30- bis unter 50-Jährigen und 50-65-Jährigen an.
II. Erwerbspotential
(Stand Juni 2010; Quelle: Statistisches Bundesamt)
Ungenutztes Erwerbspotenzial
20,1% der Bevölkerungsgruppe 15 bis 74 Jahren sind nicht genutztes Erwerbspotential. Damit liegt Deutschland innerhalb der EU auf Rang 20. Zum Vergleich: Spitzenreiter Niederlande weist 8,1% ungenutztes Erwerbspotential auf. Ungenutztes Erwerbspotential setzt sich aus Erwerbslosen, Unterbeschäftigten und der Stillen Reserve zusammen.
Erwerbslose:
Es gibt 3,2 Millionen Erwerbslose und 21,7 Millionen Nichterwerbspersonen in Deutschland. Die Erwerbslosenquote (Anteil Erwerblose an den Erwerbspersonen) der 15-74-Jährigen beträgt 7,7%.
Unterbeschäftigte:
2009 gab es rund 4,2 Millionen Unterbeschäftigte. Bei Frauen ist der Wunsch nach Mehrarbeit mit 12,1 % stärker ausgeprägt als bei Männern (9,8%).
Stille Reserve:
Hierzu zählen insgesamt 1,2 Millionen Menschen in Deutschland. Zur Stillen Reserve werden Personen bezeichnet, die dem Arbeitsmarkt kurzfristig nicht zur Verfügung stehen, oder die Suche nach Arbeit schon aufgegeben haben.
Junge Erwachsene ohne Berufsabschluss
In Deutschland haben 1,5 Millionen junge Erwachsene von 20 bis 29 Jahren keinen Berufsabschluss. Die Ungelerntenquoten bewegen sich damit zwischen 14% und 16%. Bei gut 60% der Jugendlichen ohne Berufsabschluss verfügte zumindest ein Elternteil nicht über eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung.
Menschen mit Migrationshintergrund
Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25 bis 65 Jahren sind etwa doppelt so häufig erwerbslos als jene ohne (12,7%) oder gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach, zum Beispiel einem Minijob (11,5% gegenüber 7,0% aller Erwerbstätigen).
III. Schwerpunkt 50+
Beschäftigung
Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen (2007)
Deutschland: 52,0%
OECD-Durchschnitt: 53,4%
Schweden: 70,1%
(Quelle: IW-Trends 2009)
Beschäftigungsquote in der Altersgruppe von 60 bis 65 Jahren
Männer: 41,6%
Frauen: 25,1%
Anteil der 60- 65-Jährigen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung: 24,2 %
Teilnahme an betrieblicher Weiterbildung
Gesamtdurchschnitt: 27%
Über 50-Jährige: 22%
(Quelle: 4. Monitoringbericht des Netzwerks für eine gerechte Rente, 2010)
Renteneintrittsalter
Ältere Erwerbsfähige gehen 2008 im Schnitt im Alter von 63 Jahren in Rente. Im Vergleich zu 2002 ist das ein Jahr später.
(Quelle: Deutscher Alterssurvey 2010)

