Fachkräftemangel
Chance für eine neue Qualität der Arbeit
Der demographische Wandel stellt viele Unternehmen vor eine große Herausforderung. Sie suchen nach Wegen, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Jetzt sind die älteren Mitarbeiter wieder gefragt und geeignete Maßnahmen, um sie und ihr Know-how für das Unternehmen zu erhalten. Eine erfreuliche Entwicklung, in der eine große Chance liegt. Denn auch ohne Fachkräftemangel ist es ökonomisch sinnvoll, die Potenziale der Generation 50+ besser zu nutzen.
Paradigmenwechsel in der Wissensökonomie
Deutschland befindet sich im Übergang zur Wissensökonomie. Während Produktionsstandorte weltweit weitgehend austauschbar sind, werden Menschen immer mehr zum entscheidenden Standort- und Produktionsfaktor. Wissen ist künftig zentraler Produktionsfaktor. Gemeint ist allerdings nicht formelles, abrufbares Wissen, sondern Erfahrung, Urteilsvermögen und Selbstorganisation. Über Erfolg und Misserfolg entscheidet nicht so sehr die geleistete Arbeit als solche, sondern vielmehr das „Sich-Selbst-Einbringen“ und die Qualität der Verständigung. Das sind exakt die Fähigkeiten, die gerade bei älteren Menschen stärker ausgeprägt sind. Ein Paradigmenwechsel bahnt sich an. Standen bis heute die vermeintlichen Defizite der Generation 50+ im Vordergrund, sind es künftig ihre Kompetenzen.
Druck zum Umdenken
Waren sich Personalchefs bisher einig, dass das Altern einhergeht mit dem Verlust körperlicher, geistiger und motorischer Fähigkeiten, beginnen inzwischen viele zu verstehen, dass Menschen sehr unterschiedlich altern. Das hängt von den vererbten Anlagen und vom Lebensstil ab, aber auch von arbeitsbedingten Einflüssen. Personalverantwortliche haben also allen Grund, sich zu fragen: „Wie kann ich meine älter werdende Belegschaft dabei unterstützen, ihre Potenziale bestmöglich zu entfalten?“ Hatten es Themen wie Gesundheitsmanagement, Mitarbeiterorientierung und moderne Lern- und Führungskultur in der Vergangenheit eher schwer, als prioritäre Aufgaben verstanden zu werden, entwickeln sie sich jetzt zu zentralen Managementaufgaben mit entscheidendem Einfluss auf die Wertschöpfung. Der demographische Wandel löst ein Umdenken in der Wirtschaft aus und zwingt Unternehmen, den Fokus weg von vermeintlichen Defiziten und hin auf die Förderung der Kompetenzen und Stärken ihrer älteren Mitarbeiter zu richten. Dass sie sich dabei gleichzeitig fit für die Wissensökonomie machen, ist eine große Chance für Wirtschaft und Arbeitnehmer.
Eine Querschnittsaufgabe, von der alle profitieren
Unternehmen können mit einem ganzen Spektrum von Maßnahmen, zusammengefasst im AGE-Management Konzept, ältere Arbeitnehmer dabei unterstützen, ihre Stärken bis zum Renteneintritt optimal zu entfalten. Es wäre aber ein Fehlschluss, daraus abzuleiten, diese Maßnahmen kämen allein Älteren zu Gute und würden jüngere Mitarbeiter benachteiligen. AGE-Management ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Arbeitnehmergruppen einschließt. Von ergonomischen Arbeitsplätzen, altersgemischten Teams und Weiterbildungsplänen profitieren schließlich auch Jüngere.
Die ddn-Position: Den demographischen Wandel als Chance nutzen
Das Demographie-Netzwerk ddn begreift die Herausforderungen des demographischen Wandels als Chance, eine neue Qualität der Arbeit zu etablieren, die Unternehmen und Arbeitnehmer besser und wirkungsvoll auf die Wissensökonomie vorbereitet. Das führt zu einer Win-win Situation. Unternehmen profitieren, weil sie ihre Wettbewerbsfähigkeit unter den Bedingungen der Wissensökonomie steigern. Arbeitnehmer profitieren, weil eine erfüllte Erwerbstätigkeit seelisch wie körperlich gesund hält und ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Erwerbsfähigkeit bis zum Renteneintrittsalter zu erhalten. Das Demographie-Netzwerk ddn bietet mit seinen regionalen vor-Ort-Netzwerken sowie bundesweiten Angeboten eine Plattform für den Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch von Unternehmen für Unternehmen. Von diesem gemeinsamen Lern-, Vergleichs- und Weiterentwicklungsprozess, der zugleich zu neuen Geschäftsmodellen inspirieren kann, profitieren schon heute mehr als 200 Unternehmen und Institutionen.

