Studie: Ältere finden schwerer einen Job

23.09.2011


Arbeitslose über 50 haben es weiterhin schwer, einen Job zu finden. Dies zeigen die Ergebnisse des aktuellen „Altersübergangsreports“ des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) und des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

Der Anteil der älteren Neueingestellten an allen Neueinstellungen im Jahr 2009 lag bei 13 Prozent. Dabei sind 26 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 50 Jahre oder älter. Die Studie, die das Übergangsgeschehen zwischen Erwerbs- und Ruhestandsphase untersucht, verdeutlicht: Über 50-jährige Arbeitslose haben schlechtere Chancen, einen neuen Job zu finden, als jüngere. Bei den Über 50-Jährigen nimmt die Zahl der Neueinstellungen mit jedem zusätzlichen Lebensjahr ab.

Zwar ist die Zahl älterer Erwerbstätiger über 50 insgesamt gestiegen. Dies liegt einerseits daran, dass geburtenstarke Jahrgänge nachrücken und somit mehr Menschen in das Alter jenseits der 50 kommen. Zudem steigt die Zahl der älteren Beschäftigten auch, weil die Erwerbsbiografien länger werden und der Renteneintritt somit nach hinten verschoben wird.

Jedoch ist die relative Eintrittsrate von 2002 bis 2009 größtenteils stabil geblieben. Das bedeutet, dass sich der Anteil Älterer an Neueinstellungen in den letzten Jahren nicht groß geändert hat. Nur bei den 60- bis 64-Jährigen ist ein positiver Trend erkennbar, der belegt, dass diese Altersgruppe im Vergleich zu früher bessere Chancen auf eine neue Beschäftigung hat. Dies wird auf einen höheren Angebotsdruck älterer Arbeitsloser ab 60 Jahren zurückgeführt.

Ältere sind also mehr denn je in Betrieben beschäftigt. Das liegt aber laut Altersübergangsreport nicht daran, dass sie in den Einstellungsprozessen öfter ausgewählt werden. Die Studie geht davon aus, dass die meisten Betriebe ihre Personalpolitik noch nicht ausreichend dem demographischen Wandel angepasst haben.

Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des DGB, erklärte gegenüber der Tageszeitung Die Welt, dass es darauf ankomme, Beschäftigte mit altersgerechten Bedingungen möglichst bis zur Altersrente gesund im Betrieb zu halten. Des Weiteren sei eine Aus- und Weiterbildungsinitiative auch für Ältere besonders wichtig.

Der Altersübergangsreport kommt zu dem Schluss, dass sich die Alterserwerbsbeteiligung noch deutlich steigern ließe, wenn mehr Betriebe ihre Personalpolitik dem demographischen Wandel anpassten und ältere Bewerber stärker berücksichtigt würden. Durch Arbeitsplatzgestaltung und Weiterbildung könnten die Auswirkungen der Alterung von Belegschaften gestaltet werden. Das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Den Altersübergangsreport finden Sie hier.



« Zurück zur Übersicht