Bundesregierung setzt auf Frauen und Ältere zur Fachkräftesicherung

26.05.2011


Acht verschiedene Bundesministerien und das Bundeskanzleramt bereiten derzeit einen Entwurf zum so genannten „Konzept Fachkräftesicherung“ vor. Demnach setzt die Regierung zur Mobilisierung von Fachkräften vor allem auf Mütter und ältere Mitarbeiter, berichtet die Süddeutsche Zeitung über den noch nicht veröffentlichten Entwurf.

In dem Konzept heißt es demnach, dass das Potenzial an Erwerbspersonen bis zum Jahr 2025 um 6,5 Millionen Menschen sinke. Um dem entgegenzutreten, baut die Bundesregierung in erster Linie auf das bereits vorhandene Erwerbspersonenpotenzial. Bei Frauen sieht die Regierung „das größte und am schnellsten zu aktivierende Fachkräftepotenzial“. Durch eine Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote ließen sich 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte gewinnen. Fast eine halbe Million Mütter könnten prinzipiell ohne zeitliche Verzögerung im Arbeitsmarkt integriert werden, da sie ohnehin arbeiten wollen und qualifiziert seien.

Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre werde bis 2025 eine Million zusätzliche Arbeitskräfte bringen. Generell soll der Anteil der Personen über 55 an der Zahl der Erwerbstätigen deutlich erhöht werden. Von Unternehmen fordert die Regierung in dem Papier mehr Engagement bei der Gesundheitsförderung Älterer.

Des Weiteren plant die Regierung die Zahl der Schul- und Ausbildungsabbrecher zu reduzieren. Akademiker aus Nicht-EU-Ändern sollen mit einer so genannten Blue Card die Möglichkeit haben, in Deutschland zu arbeiten. Eine entsprechende EU-Richtlinie soll in Deutschland noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Mit Hilfe eines Jobmonitors will die Bundesregierung durch Unternehmensbefragungen zukünftig einschätzen, wie hoch der Bedarf an Fachkräften ist.

Konkrete Maßnahmen sind in dem Papier noch nicht genannt. Derzeit ist geplant, dass das Kabinett das Konzept zum nächsten Fachkräftegipfel am 22. Juni auf Schloss Merseburg in Brandenburg berät und im Anschluss daran Maßnahmen beschließt.

Dass die Politik zügig handeln sollte, betont der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Im Auftrag der Bundesregierung hat er unter dem Titel „Herausforderungen des demografischen Wandels“ in der vergangenen Woche eine Expertise über Demographie und Wachstumspotenziale vorgelegt. Darin fordern die Sachverständigen die Politik auf, schnell zu handeln, um wirtschaftliche Einbrüche in Deutschland aufgrund des demographischen Wandels abzuwenden. Die demographisch bedingten ökonomischen Konsequenzen seien beherrschbar, sofern sich die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik der Herausforderungen annehme.




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