Interview mit Dr. Kai Berendes
Interview mit Dr. Kai Berendes, 11.03.2010
Personalplanung gewinnt im demographischen Wandel an Bedeutung und kann bei durchdachter Vorgehensweise Wettbewerbsvorteile verschaffen. ddn bietet mit seinem Arbeitskreis „Strategische Personalplanung" eine Plattform, auf der Unternehmen in diesem Themengebiet erfolgreich voneinander lernen können. Im Interview gewährt Dr. Kai Berendes vom Management Zentrum St. Gallen als Leiter des ddn-Arbeitskreises Einblicke und Ausblicke auf die Aktivitäten.
1. Welchen Handlungsbedarf haben die Mitglieder Ihres 2009 gegründeten ddn-Arbeitskreises identifiziert und wie nähern sie sich dem Thema „Strategische Personalplanung"?
Der Begriff strategische Personalplanung wird stark inflationär gebraucht und bietet auf den ersten Blick ein eher verwässertes Bild. Für eine konstruktive Auseinandersetzung braucht man also zuallererst ein gemeinsames Verständnis. Aus diesem Grund haben wir, die Mitglieder des Arbeitskreises, uns zu Beginn über ein Arbeitsprogramm verständigt. Grob in drei Arbeitspakete unterteilt, haben wir unserer Arbeit damit eine klare Richtung gegeben.
2. Welche sind das?
Zuallererst galt es im 1. Arbeitspaket zu klären, welche Anforderungen an eine praxisrelevante strategische Personalplanung gestellt werden. Handlungsleitende Fragen waren: Was soll und kann strategische Personalplanung eigentlich leisten? Was kann Sie zur Umsetzung der Unternehmensstrategie beitragen? Und welche Rolle spielt der Faktor demographische Entwicklung? Nachdem wir uns darüber verständigt und Einvernehmen erzielt hatten, konnten wir das 2. Arbeitpaket angehen: die Beschreibung eines Planungsmodells.
3. Welche Faktoren werden von dem Planungsmodell berücksichtigt und wie steht es um die Praxisrelevanz?
In das Planungsmodell flossen im Wesentlichen drei Faktoren ein: Die demographische Entwicklung, die Bestandsentwicklung und die aus den Marktstrategien abgeleiteten Personalbedarfe. Die strategische Personalplanung ist schließlich keine reine HR-Veranstaltung. Vielmehr müssen die Anforderungen aus dem Markt über Szenarien aufgenommen werden. Das Ziel des Arbeitskreises in diesem 2. Arbeitspaket war deshalb kein geringeres, als die vorhandenen Ansätze zu bewerten und damit einen Standard für die Praxis zu setzen. Dabei haben uns Beispiele aus der betrieblichen Praxis geholfen. Die Expertise der im Arbeitskreis vertretenen zwölf Unternehmen spielte hier eine gewichtige Rolle. Sie war stets das Eichmaß für die Praxisrelevanz der zu erarbeitenden Lösung für die Umsetzung eines solchen Planungsprozesses. Vor allem wenn es darum ging, mögliche Stolpersteine auf diesem Weg zu berücksichtigen.
4. Woran arbeiten Sie aktuell?
Das 3. Arbeitspaket, das wir momentan bearbeiten, widmet sich der Einbettung in den strategischen Planungsprozess und der Beschreibung von Handlungsfeldern. Denn aus dem betrieblichen Alltag ist bekannt, wie wichtig es ist, die demographische Entwicklung zu integrieren und nicht wie häufig zu beobachten, sie als spezielles Projekt den vorhandenen Planungsprozessen beizustellen. Zudem gilt es, die gewonnenen Ergebnisse, deren Bedeutung und die abgeleiteten Maßnahmen, den verschiedenen Anspruchsgruppen im höheren Management zu kommunizieren und verständlich zu machen.
5. Das klingt nach einem sehr arbeitsintensiven Projekt. Welche Ergebnisse können Sie denn bereits bekannt geben und welche weiteren Ziele hat sich der Arbeitskreis für die Zukunft gesetzt?
Die oben beschriebenen Arbeitspakete und die mit ihnen verbunden Zielsetzungen sind tatsächlich als geschlossenes Projekt definiert, dass in eineinhalb Jahren abgeschlossen sein soll. Über Zwischenergebnisse möchte ich noch nicht sprechen. Geplant ist aber, die abschließenden Ergebnisse in einem Booklet zu veröffentlichen und öffentlich zugänglich zu machen. Was die Zielsetzung des Arbeitskreises nach Abschluss dieses Projekts betrifft, so kann ich mir durchaus vorstellen, das Thema strategische Personalplanung weiter über den Erfahrungsaustausch zu schärfen und innerhalb von ddn zu kommunizieren.
Das Interview als Pdf zum Download
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ddn_Interview_Berendes.pdf (27 kB)

